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Presseeinladung Nr. 112 vom 28. Dezember 2021

Den Vater als Vorbild: Hisham Khalil ist Azubi des Monats Januar

Potsdam/ Ludwigsfelde. Hisham Khalil ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Wenn auch tausende Kilometer von ihm und seiner Heimat entfernt. Denn im syrischen Aleppo stellte sein Vater früher Werbung her. Hisham selbst erlernt aktuell im Werbewerk Ludwigsfelde den Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers. Im Handwerk will er sich eine berufliche Zukunft schaffen.

Als unbegleiteter Jugendlicher flüchtete der heute 24-jährige im Jahr 2015 nach Deutschland.

Nun, sechs Jahre später, am 5. Januar 2022, wird Hisham Khalil in seinem Ausbildungsbetrieb von der Handwerkskammer Potsdam zum Azubi des Monats Januar geehrt.

Zu diesem presseöffentlichen Termin laden wir Sie herzlich ein.

Für Chef und Ausbilder Jahn Schubert ist sein Auszubildender ein Glücksfall. Den ersten Kontakt fand er über eine Mitarbeiterin, die sich in der Flüchtlingshilfe engagierte. Hisham, der schnell Deutsch lernte, erzählte über seiner Heimat und seinen Hintergrund. Das erste Gespräch zwischen zukünftigem Chef und Azubi verlief vielversprechend, und so suchte Schubert die Hilfe der Handwerkskammer und der dort angesiedelten Willkommenslotsen. Diese zeigten ihm Wege auf, den jungen Mann für eine Ausbildung vorzubereiten und als Teil des Teams zu gewinnen.

Und so begann für Hisham die berufliche Integration nach erfolgreichem Schulabschluss mit einer Einstiegsqualifizierung im September 2019. In Abstimmung mit der Berufsschule durfte er bereits zu diesem Zeitpunkt den Unterricht besuchen. Dies lief so erfolgreich, dass das Jahr der Einstiegsqualifizierung als erstes Ausbildungsjahr anerkannt wurde.

Inzwischen befindet sich der junge Mann im dritten Lehrjahr. Wenn der Fußballbegeisterte alle Prüfungen schafft, hält er im kommenden Sommer seinen Gesellenbrief in der Hand. Werbewerk-Inhaber Jahn Schubert möchte ihn auch danach im Unternehmen halten. „Das ist unser beider Plan“, so der gelernte Metallbauer, der sich nach 2011 im Bereich der Werbetechnik selbstständig machte. „Natürlich braucht es fachlich noch viel Praxis,“ weiß er. Und ergänzt: „Aber was man nicht lernen kann, das sind die Basics, und die bringt er mit: den Willen und Biss, den freundlichen Umgang mit anderen Menschen und 100-prozentige Verlässlichkeit! Hisham ist ein echt guter Typ.“.

Aus heutiger Sicht ist Schubert froh, dass er mit der Erstausbildung noch kurz vor Corona in seinem Unternehmen startete. Lange suchte er nach einem Auszubildenden. Und trotz aller Corona-Widrigkeiten hielt er auch in dieser Zeit an seinem Lehrling fest. „Wir waren 2019 auf einem guten Weg. Dann traf uns Corona mit voller Wucht, eine harte Zeit folgte. Veranstaltungen, Großformatdrucke, Druckerzeugnisse, Privatkunden – uns brachen Umsätze in Größenordnungen weg. Dann der zweite Lockdown, der uns fast noch schlimmer als der erste traf. Und gerade jetzt, wo es wieder aufwärts gehen könnte, trifft uns die Materialknappheit. Wir gestalten zum Beispiel viele Fahrzeug-Beklebungen. Das fällt weg, weil Kfz schlichtweg nicht ausgeliefert werden.“

Dennoch sucht Schubert Fachkräfte und würde weiter einstellen. Aber er findet schlichtweg keine Mitarbeitenden. Daher ist er froh, den Weg als Ausbildungsbetrieb eingeschlagen zu haben. „Auch wenn man einen langen Atem braucht, denn der junge Mensch ist ja noch nicht fertig.“ Er freut sich, dass er mit seinem Auszubildenden aus einem Flüchtlingsland so gute Erfahrungen macht und empfiehlt seinen Handwerkskollegen ebenfalls diesen Weg und die Unterstützung der Handwerkskammer. „Klar ist man am Anfang skeptisch, ob das alles so klappt. Uns sicher gibt es auch Beispiele, wo es nicht funktioniert. Aber das hat aus meiner Sicht nichts mit der Nationalität zu tun.“

An die Politik und Schulen gerichtet, setzt er einen flehenden Appell: „Die Suche nach Auszubildenden gestaltet sich immer schwieriger. Ein Grund ist, dass die Schülerinnen und Schüler heuten keinen Bezug zu reeller Arbeit mehr haben. Es wird allerhöchste Zeit, für Lehrpersonal und die Jungen und Mädchen eine praktische Berufsorientierung verpflichtend einzuführen. So wie es aktuell ist, kann es nicht weitergehen und reicht es nicht aus. Und das hat nichts mit Corona zu tun. Das ist ein Problem, dem seit Jahren nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.“

Das Werbewerk Ludwigsfelde investierte noch im Jahr 2019 in einen größeren Standort. Mit fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern setzt Schubert von einfachen Folienbeschriftung bis zu aufwändigen Leuchtreklamen und Folientechniken Projekte in der Region um. Jahn Schubert engagiert sich zudem als stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins Ludwigsfelde.

Presseeinladung (Foto- /Filmtermin)
Wann: Mittwoch, 5. Januar 2022, 10 Uhr
Wo: Werbewerk Ludwigsfelde, Nuthedamm 3, 14974 Ludwigsfelde

Haben Sie besondere Interview-, Foto- oder Filmwünsche, können Sie uns diese gerne unter presse@hwkpotsdam.de mitteilen.

Hintergrund:

Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Potsdam sind aktuell rund 880 freie Lehrstellen und über 230 Praktika-Angebote in 66 Ausbildungsberufen zu vergeben.

www.hwk-potsdam.de/ausbildungsboerse

Seit Juli 2014 ehrt die Handwerkskammer Potsdam monatlich einen Lehrling als „Azubi des Monats“. Vorgeschlagen werden die „Azubis des Monats“ von ihren Ausbildungsbetrieben, denn sie können am besten einschätzen, wer diese Auszeichnung verdient

Ines Weitermann
Pressesprecherin und Teamleiterin Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +49 331 3703-120
Fax +49 331 3703-134
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Hintergrund:

Über die Handwerkskammer Potsdam

Die Handwerkskammer (HWK) Potsdam ist eine als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisierte Selbstverwaltungseinrichtung für die Landkreise Havelland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark, Prignitz, Teltow-Fläming und die kreisfreien Städte Potsdam und Brandenburg an der Havel. Sie ist die Interessenvertretung von rund 17.400 Mitgliedsbetrieben und ihren mehr als 70.500 Beschäftigten in über 150 Gewerken.

Die HWK Potsdam setzt sich für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Handwerksbranche ein, bündelt die Kräfte und Gemeinsamkeiten des Handwerks und bietet ihren Mitgliedsbetrieben zahlreiche Unterstützungen bei wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen. Zu den Mitgliedsunternehmen gehören Handwerksbetriebe aller Branchen; vor allem aus dem Bau- und Ausbaugewerbe, Elektro und Metall, Holz, Bekleidung und Textil, Gesundheit, Reinigung sowie Nahrungsmittel.

Die HWK Potsdam bietet in ihrem Zentrum für Gewerbeförderung in Götz umfangreiche Angebote für die Weiterbildung im westbrandenburgischen Handwerk und führt in den dortigen Lehrwerkstätten auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung durch. Sie ist zuständig für Gesellen-, Meister- und Fortbildungsprüfungen im Handwerk.

www.hwk-potsdam.de