Immer häufiger werden für Laserscanner-Messsungen am Bau Multikopter (Drohnen) eingesetzt. Die Teilnehmer konnten sich bei einer Flugvorführung am Praxishaus von der Leistungsfähigkeit der kleinen Mehrflügler überzeugen. Sven Juerss von der Firma Microdrones stellte sein Angebot vor.
Sandro Most
Immer häufiger werden für Laserscanner-Messsungen am Bau Multikopter (Drohnen) eingesetzt. Die Teilnehmer konnten sich bei einer Flugvorführung am Praxishaus von der Leistungsfähigkeit der kleinen Mehrflügler überzeugen. Sven Juerss von der Firma Microdrones stellte sein Angebot vor.

"Baustelle 4.0"

Chancen der Digitaliserung im Baugewerbe

Die Digitalisierung hält immer weiter Einzug in den Handwerksalltag, auch auf der Baustelle. Auf entsprechend großes Interesse stößt das Thema bei Betrieben. Rund 80 Teilnehmer kamen daher zur Info-Veranstaltung „Baustelle 4.0“ am 14. Februar ins Zentrum für Gewerbeförderung Götz. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem BBU – Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen und der Brandenburgischen Ingenieurkammer ausgerichtet.

Professor Hans-Georg Oltmanns, Geschäftsführer der DhochN Digital Engineering GmbH, demonstrierte, wie die Bauabläufe in der Zukunft aussehen werden. Dazu stellte er das „Building Information Modeling“ (BIM) vor, bei dem alle am Bauprozess Beteiligten digital miteinander vernetzt sind. Architekten, Bauingenieuren, Bauherren sowie Handwerkern sollen zukünftig sämtliche Informationen zum Bauprozess zur Verfügung stehen. Anhand eines 3-D-Modells des geplanten Bauwerks kann dabei auf jedes Bauteil per Mausklick zugegriffen werden und die zugehörigen Daten, beispielsweise über Material, Maße und Preis, aus einer Datenbank abgerufen werden.

Grundvoraussetzung für Betriebe: Ein transparenter Bauprozess

Die Technik für diese digitale Bauunterstützung sei bereits vorhanden, vor allem aber fehle  eine zentrale Datenbank für eine praktische Umsetzung. „Im Vergleich zu anderen Branchen steckt die Digitalisierung des Baus noch in den Kinderschuhen“, stellte Oltmanns fest. Bevor Baufachleute mit der Digitalisierung starten, seien zunächst ein transparenter Bauprozess und strukturierte Abläufe notwendig, so Oltmanns. Es sei für Betriebe nicht sinnvoll, auf Standardisierungen zu warten, auf deren Einführung man vermutlich noch jahrelang warten müsse.

Ein Beispiel für eine solche Bauorganisation gaben Burkhard Siegemund von der Zechbau GmbH und Sebastian Wienke von der Zech Bau Holding GmbH. Der Generalunternehmer hat unter anderem eine Taktplanung eingeführt, bei der die Einsatzzeiten für jedes Gewerk festgelegt sind. Nachschulungen helfen dabei, Prozesse in Zukunft zu optimieren: „Unser Ziel ist es, Verschwendung zu vermeiden. Umfragen unter den Handwerkern haben ergeben, dass unkoordinierte Abläufe sie am meisten stören“, so Wienke.          
Weitere Praxisbeispiele und eine Präsentation mit anschließender Flugvorführung zum Einsatz von Multikoptern (Drohnen) rundeten den Nachmittag ab.

Mit der Veranstaltungsreihe „Handwerk 4.0“ informiert die Handwerkskammer Potsdam in diesem Jahr branchenbezogen über Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung und unterstützt ihre Mitgliedbetriebe bei der Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen.