Modellprojekt Unterzeichnung

Vom Gymnasium ins Handwerk

Handwerkskammer Potsdam startet Modellprojekt zur besseren Berufsorientierung für Gymnasiasten

Die Handwerkskammer Potsdam vereinbarte mit dem Ernst-Haeckel-Gymnasium Werder/ Havel, dem von Saldern-Gymnasium Europaschule Brandenburg an der Havel, dem Hannah-Arendt-Gymnasium Potsdam sowie dem Leibniz-Gymnasiums Potsdam am 17. September eine Kooperation zur Berufs- und Studienorientierung im Handwerk für Gymnasiasten.

Dabei handelt es sich um ein Modellprojekt zur Stärkung der Berufswahlkompetenz und intensiveren beruflichen Orientierung an Gymnasien. Insgesamt nehmen über 80 Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen der kooperierenden Schulen an dem Projekt teil.

Laura Goldhorn und Florian Schütte, beide Auszubildende im 2. Lehrjahr als Tischler, zeigten sich im Gespräch mit der Presse begeistert von dem Vorhaben. Für ihre eigene Berufsorientierung hätten sie sich solch eine Unterstützung an ihren damaligen Gymnasien gewünscht: „Bei uns lag der Schwerpunkt doch eher auf der Studienorientierung. Aber nicht jeder, der Abitur macht, will auch studieren. Auch ich hatte nach meinem Abi Zweifel, ob die Perspektiven tatsächlich so gut sind, denn ich wollte etwas Praktisches machen. Meinen Weg musste ich dann allein finden,“ blickt Laura zurück. Florian Schütte regt sogar an, die Rahmenpläne umzustellen: „Das wäre eine Chance für Schüler und das Handwerk, mit Vorurteilen aufzuräumen. Frühes Aufstehen und hart arbeiten, tut nicht weh. Wir brauchen Leute, die den BER fertig oder die unsere maßgeschneiderten Möbel bauen. Man ist nicht weniger gebildet, nur weil man im Handwerk tätig ist. Das Handwerk braucht deshalb auch an den Gymnasien mehr Wertschätzung. Erfüllend ist das, was wir jeden Tag machen, das „Danke“, das wir für unsere Arbeit vom Kunden bekommen, dass wir das scheinbar Unmögliche möglich gemacht haben“.



Ziel des Piloten ist deshalb, die Möglichkeiten der dualen Ausbildung aufzuzeigen, Karrierechancen im Handwerk zu verdeutlichen und jungen Menschen die Gleichwertigkeit von dualen und akademischen Ausbildungen darzustellen. Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung wissen die Handwerksbetriebe um die Notwendigkeit kompetenter Lehrlinge, die die hohen Anforderungen meistern.



Kammerpräsident Robert Wüst anlässlich der Unterzeichnung: „Das Modellprojekt in der Kombination aus Theorie und Praxis sowie der engen Zusammenarbeit mit der Berufsberatung und den Handwerksbetrieben soll Abiturientinnen und Abiturienten für eine Karriere im Handwerk begeistern. Die Möglichkeiten und Perspektiven in einem unserer 130 Ausbildungsberufe und der Berufsausbildung ausführlich kennenzulernen – genau hier setzt das Pilotprojekt an - praxisnah Berufsbilder des Handwerks erlebbar und sich mit den Möglichkeiten einer Karriere im Handwerk vertraut zu machen. Wir sind froh, dass unsere nachdrückliche Forderung der breiteren Berufsorientierung auch an Gymnasien mit diesem Bundesprojekt nun Früchte trägt und hoffen, dass es schnell Fahrt aufnimmt und zur Selbstverständlichkeit an den weiterführenden Schulen wird.“



Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.



Rita Müller
Teamleiterin Fachkräftesicherung

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