Handwerkskammerpräsident Robert Wüst und Landesumweltminister Jörg Vogelsänger überreichten das Umweltsiegel
HWK Potsdam/Weitermann
Handwerkskammerpräsident Robert Wüst und Landesumweltminister Jörg Vogelsänger überreichten das Umweltsiegel

Mit Bravour bestanden

Lenzener Tischlerei ist nun Umweltpartner

Steigende Energiepreise stellen auch Handwerksbetriebe vor immer größere Herausforderungen. Umso mehr arbeiten Betriebe zunehmend an der Optimierung ihres Energiemanagements. Zum einen natürlich, um weitere Effizienz in den Kostenstrukturen zu erreichen, zum anderen aber auch, um beim verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen öffentlich ein Zeichen zu setzen und ihr Umdenken zu dokumentieren. Auch die RABAU Fenster- und Türenbau GmbH in Lenzen stellt sich in verantwortungsvoller Weise dieser Problematik und wurde am Dienstag, den 22. August, nicht nur mit dem Umweltsiegel ausgezeichnet, sondern gleichzeitig auch Umweltpartner der Landes Brandenburg. Handwerkskammerpräsident Robert Wüst und Landesumweltminister Jörg Vogelsänger überbrachten das Siegel persönlich und überzeugten sich selbst von den vorbildlichen Abläufen der Tischlerei. Der Handwerksbetrieb hinterlässt besonders bei der Fertigung von individuell und anspruchsvoll angefertigten Holz- und Holz-Alu-Fenstern und –türen im Bereich des denkmalschützerischen und sanierten Bautenbestandes nicht nur berlin- und brandenburgweit seine schöne Handschrift. Kammerpräsident Wüst lobte das Umweltengagement des Handwerksbetriebes, das weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgeht: „RABAU steht als Beispiel dafür, wie aktiv das Handwerk den Umweltschutz in der täglichen Arbeit lebt.“

Puzzlesteine, die ein Ganzes ergeben

Der 1987 gegründete Handwerksbetrieb verwendet ausschließlich Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft, setzt nur wasserbasierte Farben, Lacke und Lasuren ein. Die Beheizung der Produktionshallen erfolgt über einen Biomasseheizkessel, der mit Holzspänen aus der Produktion betrieben wird. Zu den Zielen, die im Rahmen der Umweltpartnerschaft aktuell umgesetzt werden, gehören zum Beispiel die Umstellung auf LED-Beleuchtung, der Ersatz der dieselbetriebenen Flurförderfahrzeuge durch elektrische Gabelstapler, eine jährliche Leckageprüfung am Druckluftsystem, die Digitalisierung des Bürobetriebs zur Papiervermeidung oder der Ökostrombezug. Insgesamt will RABAU über 100.000 Euro in den Umweltschutz investieren. Die geschätzten Einsparpotentiale werden bei 30 Prozent eingestuft. Welche Vorteile gerade die Nutzung der digitalen Möglichkeiten im Bereich der Energieeinsparung, aber auch bei der Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter, mit sich bringt, erläuterte Geschäftsführer Eike Pritzkow anschaulich beim Produktionsrundgang. Moderne CNC-Maschinen, die nicht nur höhere  Produktionskapazitäten erlauben, beherrschen hier das Bild. Gemeinsam mit der Belegschaft habe man verschiedenste Digitalisierungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. So wurden nicht nur Prozesse effizienter, sondern schwere Tätigkeiten auch abgebaut. „Unsere gesamte Mannschaft steht hinter diesen Maßnahmen, hat sie doch gemerkt, dass sie nicht um ihren Arbeitsplatz bangen müssen.“ Dem Prignitzer Betrieb ist es wichtig, seine Fachkräfte zu halten. Deshalb ist es für die Geschäftsleitung auch von Bedeutung, über die weniger üppigen Wintermonate niemanden zu entlassen. Die Mitarbeiter dürfen ihre Arbeitszeitkonten über den Sommer füllen und diese in geschäftsschwächeren Zeiten abbauen. Zudem gibt es zwei Wochen Betriebsruhe für die komplette Belegschaft – mit diesem Modell werden Doppelbelastungen durch den Urlaub des Einzelnen vermieden. Das Modell habe sich bewährt, sagt Betriebsleiter Schalow. Sorgen mache dem Betrieb aber wie andernorts auch der Nachwuchsmangel. Man nutze viele Möglichkeiten, die nicht immer zum Erfolg führen würden. Gute Erfahrungen habe der drittgrößte Betrieb der Region jedoch mit Rückkehrern gemacht und Mitarbeiter zurück gewonnen, die einst weggingen, um sich auszuprobieren und nun in der alten Heimat endgültig sesshaft werden wollen.

Bis der Handwerksbetrieb das Umweltsiegel in Empfang nehmen konnte, galt es für ihn einen umfangreichen Zertifizierungsprozess zu durchlaufen. Das Unternehmen wurde anhand einer umfassenden Checkliste und Umweltdokumentation durch die Handwerkskammer Potsdam und die Industrie- und Handelskammer Potsdam geprüft. Bestanden hat RABAU mit Bravour. Bei der Vorbereitung des Audits konnte sich RABAU auf die kostenfreie Unterstützung des Teams Innovation und Technik der HWK Potsdam verlassen.  Betriebsleiter Thorsten Schalow avancierte in kürzester Zeit zum Umweltexperten und betonte, dass es drei Säulen brauche, um wirklich nachhaltig effizient zu sein: die Ökologie (den Umweltschutz), die Ökonomie (den niedrigen Ressourcenverbrauch) und das Soziale (die Arbeitsbedingungen). Die Verleihung des Brandenburger Umweltsiegels ist eine Zugangsvoraussetzung für die Teilnahme an der Umweltpartnerschaft.

Über das Brandenburger Umweltsiegel

Kleine- und mittelständische Unternehmen, die ein niederschwelliges Umweltmanagementsystem einführen, erhalten durch die Umweltpartnerschaft Brandenburg das Brandenburger Umweltsiegel. Im Rahmen der Umweltpartnerschaft kooperieren Wirtschaft (vertreten durch Kammern und Verbände) und das Land (vertreten durch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft sowie das Ministerium für Wirtschaft und Energie).

  

Beratung zur Erteilung des Umweltsiegels und Einführung eines Umweltmanagementsystems

Jan-Hendrik Aust
Teamleiter Technik und Innovation

Tel. +49 33207 34-209
Fax +49 33207 34-333
jan-hendrik.aust--at--hwkpotsdam.de

Sven Ellinger
Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT)

Tel. +49 33207 34-116
Fax +49 33207 34-333
sven.ellinger--at--hwkpotsdam.de

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