20190404_094521_k
HWK Potsdam/Weitermann

Europäische Tage des Kunsthandwerks

Berufsorientierung par excellence

Das heiße Schmiedefeuer der Waldorfschule Kleinmachnow war am 4. April im Rahmen einer Pressefahrt zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks (ETAK) Treffpunkt von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, dem Präsidenten des Handwerkskammertages Robert Wüst und Medienvertretern. Eingeladen hatte Metallbauermeister Fritz Kasseck, der am kommenden Wochenende bei den zum zweiten Mal in Brandenburg stattfindenden ETAK sein Handwerk der Öffentlichkeit präsentiert.  Wieviel handwerkliches Geschick es braucht, zum Beispiel einen Nagel zu schmieden, erlebten sie hier live - inklusive der Begeisterung der Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse, für die die Lehrschmiede eine der handwerklichen Stationen ist, die sie im Rahmen der im Lehrplan fest verankerten Berufsorientierung an der Waldorfschule durchlaufen. Dafür steht den Schülern gleich ein komplettes Werkstattgebäude zur Verfügung. Tischlern, Schneidern, Schmieden, Steinmetzen, Schweißen – mit 4-6 Wochenstunden probieren sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Unterrichts in den verschiedenen handwerklichen Berufen von der 6. bis 12. Klasse regelmäßig aus.
Fritz Kasseck kooperiert dabei seit einigen Jahren mit der Schule und unterstützte das Lehrerkollegium, die Lehrschmiede einzurichten. Kasseck leitet die Schüler, die mit Begeisterung dabei sind, regelmäßig an. „Ich möchte damit nicht nur darstellen, was ich beruflich mache, sondern den Jungen und Mädchen auch zeigen, was man mit seinen Händen schaffen kann und was der Ausbildungsberuf des Metallbauers unter anderem bietet. Die Begeisterung für mein Handwerk weiter zu geben, liegt mir am Herzen. Und wo kann ich das besser machen, als in der Schule direkt und ganz praktisch? Die Bedingungen hier in der Waldorfschule sind natürlich optimal. Ich kann deshalb meine Berufskollegen nur motivieren, den Weg in die Schulen zu wagen.“
Der Jungunternehmer, der 2015 seinen Meisterabschluss machte und dank der Meistergründungsprämie den Weg in die Selbstständigkeit gehen konnte, wirbt für die Akzeptanz der Gesellschaft für das Handwerk, mahnt dabei auch an, dass es die Unterstützung der Kommune braucht, das Handwerk zugunsten des Wohnungsbaus nicht in die Peripherie zu verdrängen. „Unsere handwerklichen Produkte sind auch Lifestyle, wenn wir allerdings nicht mittendrin sind, kann das auch niemand kennen lernen. Angesichts der explodierenden Grundstückspreise wird es aber gerade für uns junge Unternehmer zunehmend schwer, geeignete finanzierbare Objekte zu finden. Das schließt in vielen Fällen auch die Nachfolgen ein. Wir können uns die Übernahme von Handwerksbetrieben in solchen Ballungsräumen, wie hier zum Beispiel in Kleinmachnow, schlichtweg nicht leisten.“

 

Ines Weitermann
Teamleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +49 331 3703-120
Fax +49 331 3703-134
presse--at--hwkpotsdam.de