Bäckermeister Holger Schüren mit seinen "Lehrlingen"
HWK Potsdam/Weitermann
Bäckermeister Holger Schüren mit seinen "Lehrlingen"

Alles selbst gemacht - der Zukunftstag im Handwerk

Morgens um 8 Uhr in der "Kleinen Backstube" von Bäckermeister Holger Schüren

Was für ein Gewimmel und Gewusel in der Backstube in Bergholz-Rehbrücke! Während vorn im Ladengeschäft die Nuthetaler ihre Frühstücksbrötchen auf dem Weg zur Arbeit kaufen, legen sich hinten in der Backstube 13 Jungen und Mädchen im Alter von 13 Jahren ihre Schürze um und setzen die Bäckermütze auf. Neugierig und noch ein wenig schüchtern kreisen die Blicke durch die Backstube.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber, Sozialministerin Diana Golze, Tilo Jänsch, Geschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, und Christine Manzl, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Potsdam, vervollständigen an diesem Morgen die bunte Runde. Es ist Zukunftstag in Brandenburg! Die Schürens sind zum nunmehr vierten Mal dabei, haben einen Tag lang ihre Türen für die Schüler geöffnet, lassen sie aktiv mitmachen und hinter die Kulissen einer Bäckerei schauen. Für Brotsommelier und Genussbotschafter Holger Schüren ist dies die beste Werbung fürs Handwerk: "Wir können an einem solchen Tag nicht nur unser eigenes Metier darstellen, sondern auch viel allgemeines Wissen über das Handwerk und dessen Vielfalt vermitteln. Und in unserem Falle natürlich der jungen Generation ein selbstgemachtes Geschmackserlebnis verschaffen, das sie dann auch mit nach Hause nehmen dürfen."

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Carlotta, Carolin, Helena, Soraya, Alexia, David, Theo, Paul, Leon, Lena, Julia, Pia und Greta testen heute ihre Talente beim Anfertigen von Croissants, beim Brotbacken und Formen von filigranen Fondant-Rosen und schnuppern dabei echte Bäckerluft. Die Siebtklässler sind nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung angereist: David hat den langen Weg aus Erkner –  Helena, Soraya, Alexia aus Berlin auf sich genommen. Das Eis ist schnell gebrochen, die Lehrlinge des ersten und zweiten Lehrjahres nehmen ihre jungen Schützlinge unter ihre Fittiche, formen, kneten, bemehlen mit ihnen die Backwerke, während Holger Schüren und seine Frau Jana für spannende Hintergrundinformationen sorgen. So erfahren Schüler und Minister, dass an Spitzentagen bis zu 4.500 Brötchen gebacken werden, am Silvestertag schon mal 3.500 Pfannkuchen über die Ladentheke gehen und es 3.300 Sorten Brot gibt.

Bäckermeisterpaar Schüren weiß, wie viel Engagement Ausbildung erfordert: "Wir sind nicht nur Ausbilder für die jungen Leute, sondern manchmal auch 'Psychologen'. Ja, die Anstrengungen sind groß, aber man freut sich gemeinsam, wenn wieder eine Zwischenprüfung geschafft ist und ist froh, dass die Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft dabei auch so viel Unterstützung geben", erzählt Jana Schüren.

Sie sind umtriebig, was die Nachwuchssuche angeht und fangen schon in Kindergärten mit der Weihnachtsbäckerei an, um für den Nachwuchs zu werben. Das Unternehmen bildet Bäcker und Konditoren aus, aktuell zählen fünf Azubis zur Crew. Die Erfolgserlebnisse belohnen für die Mühen: So wird aus einem einstmaligen Teilnehmer am Zukunftstag nach einem weiteren Praktikum in Schürens Backstube im kommenden Jahr ein Auszubildender. Das ist für Schüren ein echtes Happy End!






Der Zukunftstag findet in Brandenburg seit 2003 parallel zum bundesweiten Girls' und Boys' Day statt. Zahlreiche Handwerksbetriebe nutzen diesen Tag, um ihr Unternehmen und Möglichkeiten für eine berufliche Perspektive vorzustellen. Der Aktionstag steht ganz im Zeichen der Berufsorientierung: Mädchen und Jungen sammeln Erfahrungen für ihre Berufswahl.







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Auch bei der Handwerkskammer Potsdam in den Werkstätten des Zentrums für Gewerbeförderung in Götz
schnupperten am 27. April unter dem Motto "Technik zum Anfassen" acht Schülerinnen und acht Schüler der 7. bis 10. Klassen aus Gesamtschulen und Gymnasien von Potsdam bis Neuruppin ins Handwerk. Sechs Werkstätten lernten sie kennen – ob Friseur, Fahrzeuglackierer, Tischler, Kfz, Elektro oder Metallbau. Die Ausbilder stellten ausführlich die Berufsbilder vor, Lehrlinge erzählten den neugierigen Schülern, warum sie sich für eine Karriere im Handwerk entschieden haben.