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HWK Potsdam/Weitermann

23. Gesellentag diskutierte Eckpunkte der Sozialpartnerschaft

Gut geölt läuft er – der Konjunkturmotor im Handwerk. Ein Verdienst auch der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Handwerk. Dass dies so bleibt und dem Handwerk in den kommenden Jahren nicht die Puste ausgeht, braucht es Anstrengungen auf vielen Seiten. Unter dem Motto „Handwerk – Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe?“ diskutierten Gesellinnen und Gesellen und Gewerkschaftsvertreter aus Brandenburg und Berlin am 30. März beim diesjährigen Gesellentag in Caputh. Gemeinsam mit Handwerkskammerpräsident Robert Wüst, Dr. Alexandra Bläsche, Referatsleiterin Berufliche Bildung im MASGF und Nikolaus Landgraf, Regionalleiter der IG Bau Berlin-Brandenburg erörterten sie Möglichkeiten, die Sozialpartnerschaft weiter mit Leben zu füllen. Moderiert durch den Arbeitnehmervizepräsidenten der Handwerkskammer Potsdam Thomas Erdmann zeigte eine emotionale und konstruktive Diskussion, wie vielschichtig die Aufgabenstellungen sind, wo der Schuh drückt, welche Prioritäten es in den kommenden Jahren zu setzen gilt und bei welchen Forderungen auch die Politik gefragt ist.

Einigkeit in der Diskussion herrschte, dass die wichtigste Basis der Handwerksbetriebe deren Arbeitnehmer sind. „Dieses Kapital zu schützen und die dabei erforderlichen Mittel und Wege mit Leben zu erfüllen, sind dicke Bretter, die wir zu bohren haben“, so Vizepräsident Erdmann. Dies erfordere immer wieder das Gespräch, die Diskussion, die Einmischung und auch, den Finger in die Wunde zu legen. „Eine Sozialpartnerschaft ist immer auch eine Konfliktpartnerschaft – es braucht beide Seiten, um Lösungen zu erarbeiten, “ unterstrich Erdmann. Mit dem von der brandenburgischen Landesregierung initiierten „Bündnis für Gute Arbeit“ sei eine Basis geschaffen, die inhaltlich die Richtung vorgibt. „Tarifliche Bezahlung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Wertschätzung für die beruflichen Bildung, Mobilitätsfragen, Gestaltung der ländlichen Räume, der Wandel der Arbeit in digitalen Zeiten, Rückführung ausgewählter Berufe in die Meisterpflicht, Rentensicherung, aber auch der Schutz der Betriebe vor Schwarzarbeit… - die Themen sind gesetzt, es gibt aber noch viel zu tun. “ sagte Erdmann und zollte den Mitarbeitenden in den Betrieben seinen Respekt. Kammerpräsident Wüst würdigte die Leistungen der Gesellinnen und Gesellen im Handwerk und mahnte an die Betriebe gewandt, dass diese mit Eigeninitiative dafür sorgen können, das Heft bei der Lohnpolitik nicht aus der Hand zu geben. „Sich in Innungen zu organisieren und Tarife selbst zu gestalten sind wichtige Elemente, leistungsgerechte Löhne zu verankern und damit die Fachkräftebasis im Handwerk zu sichern.“


 

Ines Weitermann
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