85 Prozent der Unternehmen dagegenVerpackungssteuer in Potsdam
85 Prozent der befragten Potsdamer Unternehmen lehnen die zum 1. Oktober 2026 geplante Verpackungssteuer ab. Das zeigt eine gemeinsame Mitgliederumfrage von Handwerkskammer Potsdam, IHK Potsdam, Handelsverband Berlin-Brandenburg, DEHOGA Brandenburg und Bundesverband der Systemgastronomie. An der Befragung beteiligten sich 110 Unternehmen.
Mehrweg wird angeboten, aber kaum genutzt
37 Prozent der Unternehmen bieten bereits Mehrwegverpackungen an. Die Nachfrage bleibt jedoch gering: Mehr als die Hälfte schätzt, dass weniger als fünf Prozent ihrer Kunden das Angebot tatsächlich nutzen. Für eine weitere Ausweitung sehen die Betriebe vor allem finanzielle und organisatorische Hürden. Rund 72 Prozent nennen hohe Anschaffungskosten, 70 Prozent Reinigungskosten und rund 60 Prozent zusätzlichen Personalaufwand. Mehr als zwei Drittel wollen die von der Stadt vorgesehene Förderung für Mehrweg nicht in Anspruch nehmen.
Handwerkskammer: Betriebe brauchen praktikable Regeln
„Unsere Umfrage zeigt, dass rund 72 Prozent der Betriebe hohe Anschaffungskosten als Hürde für Mehrwegsysteme nennen. Hinzu kommen Reinigungskosten, zusätzlicher Personalaufwand und weitere bürokratische Anforderungen“, sagt Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können solche zusätzlichen Belastungen nicht beliebig auffangen. Sie brauchen Regeln, die sich im Betriebsalltag umsetzen lassen und nicht noch mehr Zeit, Personal und Geld binden.“
Die Verbände fordern die Stadt Potsdam auf, die Einführung der Verpackungssteuer zu stoppen. Sie warnen vor zusätzlichen Kosten, mehr Bürokratie und kommunalen Sonderregelungen. Die Steuer beträgt ab 1. Oktober 50 Cent je Einwegverpackung und 20 Cent für Einwegbesteck, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.