Presseinformation des Brandenburgischen Handwerkskammertages vom 9. Oktober 2026Herbstkonjunktur im Handwerk: Wirtschaftliche Lage in Brandenburg bleibt angespannt
Cottbus/Frankfurt (Oder)/Potsdam.
Die konjunkturelle Lage im brandenburgischen Handwerk zeigt sich im Herbst 2026 insgesamt angespannt.
Im Landesdurchschnitt wird die aktuelle Geschäftslage schlechter bewertet als im Vorjahr. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Besonders in Westbrandenburg hat sich die Lagebeurteilung verschlechtert. Auch in Ostbrandenburg fällt sie schwächer aus. Südbrandenburg verzeichnet dagegen eine leichte Verbesserung. Zugleich überwiegen in allen drei Kammerbezirken die negativen Geschäftserwartungen.
Das geht aus den aktuellen Konjunkturberichten der drei Handwerkskammern des Landes Brandenburg hervor, die heute vorgestellt wurden.
Geschäftslage im Durchschnitt schwächer
Landesweit bewerten durchschnittlich 80,2 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im Vorjahr waren es 82,5 Prozent. Damit fällt die Lagebewertung im Landesdurchschnitt schwächer aus als vor einem Jahr.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Besonders stark ist der Rückgang in Westbrandenburg: Dort bewerten 79 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend (Vorjahr: 86 Prozent). Auch in Ostbrandenburg ist der Anteil auf 84,3 Prozent gesunken (Vorjahr: 85,1 Prozent). Südbrandenburg entwickelt sich dagegen leicht positiv: Hier steigt der Anteil auf 77,2 Prozent (Vorjahr: 76,4 Prozent).
Auftragsreichweiten entwickeln sich regional unterschiedlich
Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt landesweit bei 9,6 Wochen (Vorjahr: 9,4 Wochen) und damit leicht über dem Vorjahresniveau.
In Ostbrandenburg bleibt die Auftragsreichweite mit 9,3 Wochen (Vorjahr: 9,2 Wochen) nahezu stabil. In Westbrandenburg ist sie dagegen gesunken und liegt bei 9,6 Wochen (Vorjahr: 10,4 Wochen). Südbrandenburg verzeichnet einen Anstieg auf 10 Wochen (Vorjahr: 8,5 Wochen).
Betriebe blicken skeptisch in die Zukunft
Der Blick auf die kommenden Monate bleibt im brandenburgischen Handwerk skeptisch. Landesweit erwarten durchschnittlich 26,7 Prozent der Betriebe eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. 12,1 Prozent rechnen mit einer Verbesserung.
Der Saldo aus positiven und negativen Geschäftserwartungen liegt damit bei minus 14,6 Punkten (Vorjahr: minus 14,7 Punkte) und verharrt auf deutlich negativem Niveau.
In allen drei Kammerbezirken überwiegen die negativen Erwartungen. Am deutlichsten fällt der Erwartungssaldo in Westbrandenburg mit minus 19 Punkten aus, gefolgt von Südbrandenburg mit minus 14,5 Punkten und Ostbrandenburg mit minus 10,3 Punkten.
Handwerk fordert Entlastung und verlässliche Rahmenbedingungen
Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages Land Brandenburg, sagt zu den Ergebnissen: „Viele unserer Handwerksbetriebe in Brandenburg arbeiten weiterhin unter hohem Druck. Das zeigen die Herbstumfragen unter unseren Betrieben. Steigende Lohnnebenkosten, hohe Energiepreise und zunehmende Bürokratie belasten die Betriebe und bremsen Investitionen. Gerade das personalintensive Handwerk trifft die hohe Belastung des Faktors Arbeit besonders. Gleichzeitig sind es die kleinen und mittleren Handwerksunternehmen, die Arbeitsplätze sichern, Fachkräfte ausbilden und die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen tragen. Wer Wachstum, Beschäftigung und Fachkräftesicherung will, muss deshalb die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks stärken. Dazu gehören spürbare Entlastungen bei den Lohnnebenkosten, weniger Berichts- und Dokumentationspflichten sowie verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Unsere Betriebe brauchen jetzt wieder mehr Handlungsspielraum für Investitionen, Beschäftigung und Ausbildung.“
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Über den Handwerkskammertag Land Brandenburg
Der Handwerkskammertag Brandenburg ist ein Zusammenschluss der Handwerkskammern Cottbus, Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg und Potsdam. Er vertritt die Interessen von über 37.400 Handwerksbetrieben und ihren mehr rund 184.000 Beschäftigten (Stand 8. Oktober 2026), die jährlich einen Umsatz von knapp 18,6 Milliarden Euro erwirtschaften.
Der Handwerkskammertag setzt sich für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Handwerksbranche im Land Brandenburg ein und bündelt die Kräfte und Gemeinsamkeiten des Handwerks.
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