Austausch mit Wirtschaftsministerin Martina Klement Zentrale Anliegen des Handwerks gemeinsam diskutiert
Die Spitzenvertreter des brandenburgischen Handwerks kamen am 27. April 2026 im Märkischen Gildehaus in Caputh zu einem ersten Austausch mit Brandenburgs neuer Wirtschaftsministerin Martina Klement zusammen. Das Gespräch war von großer Offenheit, gegenseitiger Wertschätzung und ernsthaftem Interesse an den konkreten Anliegen der Betriebe geprägt.
Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg, bewertete den Auftakt als starkes Signal für die weitere Zusammenarbeit: „Dieses erste Treffen war von großem gegenseitigem Respekt, echter Aufmerksamkeit und einem bemerkenswert offenen Austausch geprägt. Ministerin Martina Klement hat den Anliegen des Handwerks sehr genau zugehört, gezielt nachgefragt und deutlich gemacht, dass sie die wirtschaftliche Realität unserer Betriebe verstehen will. Das ist eine wichtige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Denn das Handwerk braucht eine Wirtschaftspolitik, die nicht nur über Betriebe spricht, sondern ihre Lage kennt, ihre Leistung anerkennt und konkrete Entlastungen möglich macht.“
An dem Austausch nahmen neben Wirtschaftsministerin Martina Klement die Spitzen der drei brandenburgischen Handwerkskammern teil: für die Handwerkskammer Potsdam Präsident Robert Wüst, zugleich Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg, und Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig; für die Handwerkskammer Cottbus Präsidentin Corina Reifenstein und die kommissarische Hauptgeschäftsführerin Sylke Radke; für die Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg Präsident Wolf-Harald Krüger und Hauptgeschäftsführer Frank Ecker.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuelle konjunkturelle Lage des brandenburgischen Handwerks, Bürokratieabbau, Energie- und Standortkosten, Fachkräftesicherung und berufliche Bildung sowie die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Betriebe im Land Brandenburg. Die Präsidenten der brandenburgischen Handwerkskammern machten deutlich, dass die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt ist. Rückläufige Auftragseingänge, sinkende Umsätze, hohe Kosten und unsichere Rahmenbedingungen schränkten den Handlungsspielraum vieler Unternehmen spürbar ein.
Besonders deutlich wurde im Austausch, wie eng Fachkräftesicherung und Generationenwechsel miteinander verbunden sind. Für das Handwerk ist Fachkräftesicherung keine Nebenfrage, sondern eine zentrale Wirtschaftsfrage. Wenn Fachkräfte fehlen oder Arbeit immer teurer wird, können Aufträge nicht abgearbeitet, Investitionen nicht umgesetzt und Nachfolgen nicht gesichert werden. Das Handwerk ist personalintensiv. Seine Wertschöpfung entsteht vor allem durch qualifizierte Menschen in den Betrieben. Deshalb treffen steigende Sozialabgaben, hohe Arbeitskosten und wachsende Ausbildungskosten die Unternehmen unmittelbar.
Die Vertreter des Handwerks warben deshalb einmal mehr für verlässliche Rahmenbedingungen, eine auskömmliche und unbürokratische Förderung betrieblicher Investitionen. Auch die Weiterführung der Meistergründungsprämie als Unterstützungsprogramm für Gründende und Übernehmende im Handwerk, der Meisterbonus sowie faire Bedingungen bei öffentlichen Aufträgen wurden thematisiert.
Mit Blick auf Bürokratie und Verwaltungslasten machten die Kammern deutlich, dass kleine Betriebe immer weniger Zeit und Personal haben, um zusätzliche Nachweise, Anträge und Dokumentationspflichten aufzufangen. Bürokratieabbau müsse deshalb für das Handwerk ganz praktisch spürbar werden: durch weniger Formulare, schnellere Verfahren, kürzere Wege in den Behörden und praxistaugliche Förderbedingungen. Ministerin Klement unterstrich in diesem Zusammenhang, dass alle Verwaltungen ihre Hausaufgaben machen müssten.
Im anschließenden gemeinsamen Pressestatement informierten Wirtschaftsministerin Martina Klement und die Präsidenten der brandenburgischen Handwerkskammern über die Schwerpunkte des Austauschs und die Erwartungen an die weitere Zusammenarbeit. Aus Sicht des Handwerks war das erste Treffen ein konstruktiver Auftakt. Entscheidend werde nun sein, dass aus dem offenen Gespräch konkrete Schritte für Entlastung, Ausbildung, Fachkräftesicherung, Nachfolge und Wettbewerbsfähigkeit folgen.
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