Fachkräfteeinwanderung - „FIT for Climate Businesses“ Pilotprojekt zeigt Chancen und Hürden
Bei einem Pressegespräch am 4. Mai 2026 am Bildungs- und Innovationscampus Handwerk in Groß Kreutz (Havel) stand die Fachkräfteeinwanderung im Handwerk im Mittelpunkt. Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und der Unternehmerverbände des Deutschen Handwerks, Vanessa Ahuja, Vorständin Leistungen und Internationales der Bundesagentur für Arbeit und Dierk Lause, Unternehmensgründer und geschäftsführender Gesellschafter der HTB Haustechnik GmbH zogen eine erste Zwischenbilanz zum bundesweiten Pilotprojekt „FIT for Climate Businesses“. An dem Projekt ist die Handwerkskammer Potsdam als Pilotpartner beteiligt.
Handwerkskammer begleitet den Prozess
Im Zentrum stand die Frage, was internationale Fachkräftegewinnung in der betrieblichen Praxis bedeutet. Zwei Fachkräfte aus Usbekistan arbeiten seit vier Monaten bei der HTB Haustechnik GmbH in Brandenburg an der Havel. Khurshidbek Tursunov und Shobozjon Rabbonov wurden über „FIT for Climate Businesses“ vermittelt und durchlaufen derzeit praxisorientierte Qualifizierungsmaßnahmen. Die Handwerkskammer Potsdam begleitet den Prozess gemeinsam mit dem Betrieb, von der Anerkennung beruflicher Qualifikationen über die betriebliche Integration bis zu praktischen Fragen des Ankommens in Deutschland.
Zugang erleichtert
Das Pressegespräch machte deutlich: Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert. Damit Einwanderung im Handwerk dauerhaft gelingt, braucht es jedoch mehr als erfolgreiche Vermittlung. Sprache, Anerkennung, Qualifizierung, Mobilität, Wohnungssuche und Behördenwege entscheiden mit darüber, ob internationale Fachkräfte in Betrieben ankommen und bleiben. Gerade in klima- und energierelevanten Gewerken wie Elektro, SHK und Metall ist der Fachkräftebedarf hoch. „FIT for Climate Businesses“ zeigt praxisnah, welche Chancen internationale Fachkräfte für das Handwerk bieten und wo Betriebe konkrete Unterstützung brauchen.
Dierk Lause, Unternehmensgründer und geschäftsführender Gesellschafter der HTB Haustechnik GmbH, sagte:
„Für uns als Betrieb ist das Projekt eine echte Chance, weil wir Fachkräfte brauchen und gleichzeitig in der Praxis lernen, was für gelingende Integration tatsächlich erforderlich ist. Wir sehen aber auch sehr deutlich, wie hoch der Aufwand im Alltag ist. Es geht nicht nur um Arbeit, sondern um Sprache, Einarbeitung, Mobilität, Behördenwege und das gesamte Ankommen. Gerade in einem Handwerksbetrieb zeigt sich sehr schnell, dass Integration Zeit, Struktur und Verlässlichkeit braucht. Genau diese Erfahrungen müssen ernst genommen werden, wenn Fachkräfteeinwanderung in der Breite funktionieren soll.“
Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, betonte:
„Qualifizierte Fachkräfte sind für die Zukunft des Handwerks entscheidend. Deshalb brauchen wir auch eine gezielte und praxistaugliche Fachkräfteeinwanderung. Entscheidend ist, dass unsere Betriebe bei dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden. Sie brauchen Unterstützung bei Aufenthaltsverfahren, Sprache, Integration im Betrieb und im Alltag. Nur wenn wir Bürokratie abbauen und die Unternehmen konkret begleiten, kann internationale Fachkräfteeinwanderung auch im brandenburgischen Handwerk wirklich gelingen.“
Unterstützung für Betriebe
Die Handwerkskammer Potsdam begleitet Handwerksbetriebe bei Fragen zur Fachkräftegewinnung, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Integration internationaler Fachkräfte im Betrieb. Betriebe aus Westbrandenburg, die sich über Möglichkeiten der internationalen Fachkräftegewinnung informieren möchten, können sich an die Handwerkskammer Potsdam wenden.