232 neue Meisterinnen und MeisterMeisterbriefe an Nachwuchselite übergeben
Was für eine vibrierende Energie im Hans Otto Theater Potsdam am 7. März 2026. Was für Gänsehautmomente in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal. Was für ein Stolz in den Gesichtern der 232 neuen Meisterinnen und Meister und ihrer Angehörigen. An diesem Samstagvormittag wurde eindrucksvoll spürbar, welche Kraft, welcher Optimismus und welcher Wille im Handwerk stecken.
Im Rahmen eines feierlichen Festaktes erhielten 232 Absolventinnen und Absolventen aus den Händen von Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Rekordolympionikin Claudia Pechstein sowie Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller ihre Meisterbriefe.
Robert Wüst gratulierte den neuen Meisterinnen und Meistern:
Sie haben Großartiges geleistet. Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Meisterprüfung. Wir sind stolz auf Sie, auf unsere neuen Meisterinnen und Meister. Der Meisterbrief ist das wichtigste Gütesiegel im Handwerk. Er steht für Qualität, Fachkompetenz und Vertrauen. Mit dem Abschluss Ihrer Meisterausbildung haben Sie einen wichtigen Meilenstein in Ihrer beruflichen Laufbahn erreicht und zugleich einen anspruchsvollen beruflichen Abschluss erworben. Als Meisterinnen und Meister sind Sie unsere künftigen Führungskräfte im Handwerk. Sorgen Sie dafür, dass Tradition und Innovation in Wirtschaft und Gesellschaft gelebt werden. Sie halten unser Land am Laufen. Ich bitte Sie: Seien Sie Botschafterinnen und Botschafter für unsere Branche und tragen Sie Ihren Meistertitel zu Recht mit Stolz und Selbstbewusstsein.
Auch Wirtschaftsminister Daniel Keller richtete den Blick auf die Rolle der neuen Meisterinnen und Meister für Brandenburg und das Handwerk:
Für die Zukunft unseres Landes braucht es Menschen wie Sie: mutige Gründerinnen und Gründer, kreative Nachfolgerinnen und Nachfolger und engagierte Ausbilderinnen und Ausbilder. Das Land Brandenburg will Sie als neue Meisterinnen und Meister auf Ihrem weiteren Weg bestmöglich unterstützen. Für Existenzgründungen bietet das Land Brandenburg eine Vielzahl an Förder- und Beratungsangeboten, darunter die Meistergründungsprämie, die den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtert. Liebe Jungmeisterinnen und Jungmeister, mit Ihrem Wissen und Geschick gestalten Sie das Brandenburg von morgen. Dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg, Zuversicht und Freude an Ihrer verantwortungsvollen Aufgabe.
Ein besonderer Höhepunkt der Meisterbriefübergabe war die Festrede der Rekordolympionikin, fünffachen Olympiasiegerin sowie vierfachen Silber- und Bronzegewinnerin Claudia Pechstein. Die Eisschnelllauf-Legende zog Parallelen zum Sport und sprach über Leistung, Disziplin und Durchhaltevermögen, gerade dann, wenn es nicht glatt läuft. Damit machte sie Eigenschaften erlebbar, die auch den Weg vieler Meisterabsolventinnen und Meisterabsolventen bis zum Meisterbrief geprägt haben. Es brauche Zeit, um Meister zu werden, sagte sie. „Es ging nie um einen einzigen Sieg. Es ging um Lernen, Siegen, Dranbleiben“, so Pechstein. Sowohl im Handwerk als auch im Sport bedeute Meisterschaft, Verantwortung zu übernehmen: für die eigene Arbeit, für Qualität und für andere Menschen. Es gehe um Verlässlichkeit und Vertrauen. Am Ende erreiche derjenige sein Ziel, der trainiert, durchhält und immer weitermacht. Denn: „Meister wird man nicht an einem Tag, sondern an allen Tagen, an denen man nicht aufgibt“, so Pechstein, die damit auch an ihre eigenen Kämpfe erinnerte. „Steh ein für das, was du bist, und steh ein für das, was du werden kannst“, gab sie den Meisterinnen und Meistern mit auf den Weg.
Die Meisterinnen und Meister vertraten in diesem Jahr 14 Gewerke: Augenoptiker, Bäcker, Dachdecker, Elektrotechniker, Friseure, Installateure und Heizungsbauer, Konditoren, Kraftfahrzeugtechniker, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Maler und Lackierer, Maurer und Betonbauer, Metallbauer, Schornsteinfeger sowie Tischler. Ihre Meisterausbildung absolvierten sie am Bildungs- und Innovationscampus Handwerk der Handwerkskammer Potsdam, der größten Bildungsstätte für das Handwerk im Land Brandenburg.
Der 23-jährige Metallbauermeister Justus Brandt aus Zehdenick wurde für seine Leistungen gleich doppelt ausgezeichnet. Als jahrgangsbester gewerkeübergreifender Meisterabsolvent erhielt er den mit 1.000 Euro dotierten Förderpreis der Berliner Volksbank und der Handwerkskammer Potsdam für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen am Bildungs- und Innovationscampus Handwerk. Seinen unternehmerischen Gründergeist zeigt der Jungmeister schon jetzt: Zum 1. April will der 23-Jährige im Landkreis Ostprignitz-Ruppin einen eigenen Betrieb für Metallgestaltung und Restaurierung aufbauen. Künstlerische Metallarbeiten aus seiner Werkstatt verkauft er bereits heute überregional und international.
Das Durchschnittsalter der Absolventinnen und Absolventen betrug in diesem Abschlussjahrgang 30 Jahre. Dass der Meisterbrief nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist, zeigten zwei Absolventinnen besonders deutlich: Die jüngste Meisterin war am Tag ihrer letzten Prüfungsleistung 19 Jahre alt, die älteste 58.