Betriebszahlen 2025Mehr Betriebe in Westbrandenburg
Die Zahl der Handwerksbetriebe in Westbrandenburg ist 2025 gestiegen. Zum 31. Dezember 2025 waren im Bezirk der Handwerkskammer Potsdam insgesamt 17.522 Betriebe gemeldet. Das entspricht einem Anstieg um 159 Betriebe (+ 0,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.
Deutliche Bewegung gab es bei Gründungen und Löschungen: Mit 1.550 Betrieben wurden 207 Unternehmen mehr neu eingetragen als im Vorjahr (2024: 1.343). Gleichzeitig stieg die Zahl der gelöschten Unternehmen leicht, blieb jedoch mit 1.391 (2024: 1.350) unter den Gründungszahlen.
Regionale Entwicklung
Die deutlicheren Betriebszuwächse gab es im Landkreis Havelland (+ 2,6 Prozent), in der Landeshauptstadt Potsdam (+ 1,5 Prozent) und im Landkreis Oberhavel (+ 1,4 Prozent). Im Landkreis Teltow-Fläming (+ 0,7 Prozent), der kreisfreien Stadt Brandenburg/Havel (+ 0,5 Prozent) und Prignitz (+ 0,2 Prozent) gab es leichte Zuwächse. In den Landkreisen Potsdam-Mittelmark (+/- 0 Prozent) und Ostprignitz-Ruppin (- 0,1 Prozent) blieben die Zahlen konstant.
Weniger qualifizierte Gründungen
Während die Gesamtbetriebszahl 2025 stieg, war die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerke, für deren Ausübung ein Qualifikationsnachweis notwendig ist, mit 10.506 Betrieben rückläufig (2024: 10.708). Zuwächse gab es hingegen bei den zulassungsfreien Handwerken mit 5.132 Betrieben (2024: 4.802) und den handwerksähnlichen Gewerben mit 1.884 Betrieben (2024: 1.853).
Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, sagte: „Die Betriebszahlen zeigen Stabilität, aber sie verdecken eine zentrale Herausforderung: Uns fehlen qualifizierte Gründungen. Viele Betriebe schließen altersbedingt ohne Nachfolge, und neue Unternehmen entstehen häufig ohne fachliche Grundlagen, die für tragfähige Geschäftsmodelle im Handwerk notwendig sind. Damit junge Menschen erfolgreich gründen und selbst ausbilden können, brauchen sie bessere Rahmenbedingungen. Dazu gehört vor allem, die Meisterausbildung – gerade auch in Brandenburg – politisch und finanziell deutlich zu stärken. Der Meisterbrief schafft die Grundlage für stabile Betriebe, Innovation und Nachwuchssicherung.
Wir brauchen gezielte Anreize für qualifizierte Gründungen – von einer verlässlichen Förderung der Meisterausbildung über weniger Bürokratie bis hin zu besseren Bedingungen für die Betriebsführung. Nur wenn die Selbstständigkeit im Handwerk für junge Menschen als attraktive Perspektive wahrgenommen wird, können wir die Leistungskraft und Fachkräftebasis im Handwerk sichern. Das Handwerk erwartet deshalb klare Prioritäten: weniger Belastungen, mehr Verlässlichkeit und eine Stärkung der beruflichen Bildung. Ohne diese Weichenstellungen droht wertvolle handwerkliche Kompetenz verloren zu gehen.“
Pressesprecherin
Tel. +49 331 3703-120
Mobil +49 170 7026226