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Presseinformation des Brandenburgischen Handwerkskammertages vom 14. April 2026Konjunkturelle Lage im Handwerk Brandenburgs – Frühjahrsbericht 2026

Cottbus/Frankfurt (Oder)/Potsdam. Das brandenburgische Handwerk zieht im Frühjahr und Herbst regelmäßig Bilanz zur wirtschaftlichen Entwicklung im Land. Die jetzt vorliegenden Umfrageergebnisse für das erste Quartal 2026 zeigen, dass sich die Geschäftslage der Betriebe vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheiten und schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter verschlechtert hat.

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt leicht schlechter aus als noch vor einem Jahr. Aktuell bezeichnen 73,8 Prozent der brandenburgischen Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage als gut oder zumindest zufriedenstellend. Das ist ein Rückgang um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr (74,7 Prozent).

Regional zeigen sich dabei Unterschiede. In Ostbrandenburg liegt dieser Wert Beurteilung bei 78 Prozent (Vorjahr 81 Prozent), in Westbrandenburg bei 74,1 Prozent (Vorjahr 76 Prozent) und in Südbrandenburg bei 69,3 Prozent (Vorjahr 67,6 Prozent).

Die Umsatzentwicklung im brandenburgischen Handwerk ist ebenfalls rückläufig. 40,3 Prozent der Betriebe melden Umsatzrückgänge (Vorjahr 34 Prozent). Bei 45,3 Prozent der Befragten blieb die Umsatzentwicklung gleich, nur bei 14,3 Prozent (Vorjahr 16 Prozent) stiegen die Umsätze.

Negativ entwickelt hat sich auch die Auftragslage. 14,6 Prozent (Vorjahr 16 Prozent) der Betriebe berichten von gestiegenen, 35,3 Prozent hingegen von gesunkenen Auftragseingängen.

Gleichzeitig leeren sich die Auftragsbücher weiter. Der Auftragsvorlauf beträgt zirka 9,3 Wochen. Im Vorjahr waren es durchschnittlich noch zehn Wochen.

Das Thema Fachkräfte bleibt herausfordernd. Im Jahresvergleich bleibt die Beschäftigungsentwicklung insgesamt weitgehend stabil. Rund drei Viertel der Betriebe halten ihr Personal, jedoch ohne spürbare Ausweitung. 19,9 Prozent der Betriebe berichten von Personalrückgängen. 8,2 Prozent konnten zusätzliches Personal einstellen. 

Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg, verdeutlicht die Dramatik der Konjunkturergebnisse im brandenburgischen Handwerk: „Die wirtschaftliche Lage im brandenburgischen Handwerk hat sich verschlechtert. Rückläufige Auftragseingänge und hohe Belastungen setzen viele Betriebe unter Druck. Dass die Beschäftigung vielerorts noch stabil gehalten wird, ist kein Zeichen für Entwarnung, sondern Ausdruck großer Verantwortung der Unternehmen. Gleichzeitig fehlen vielen Betrieben angesichts hoher Kosten, wachsender Sozialabgaben, überbordender Bürokratie und unsicherer Rahmenbedingungen die Spielräume für neue Investitionen und Wachstum. Die aktuell stark steigenden Kraftstoff- und Materialpreise fordern gerade im Baubereich greifende Maßnahmen, wie die Einführung sogenannter Preisgleitklauseln. Wenn jetzt nicht schnell gegengesteuert wird, drohen schleichende Strukturverluste. Das hat unmittelbare Folgen für Versorgungssicherheit, Ausbildungsleistung und regionale Wertschöpfung. Unsere Erwartungen an Land und Bund sind deshalb klar: Das Handwerk braucht spürbare Entlastungen, schnellere Verfahren und verlässliche wirtschaftspolitische Signale. Ein weiteres Hinhalten und Weiter-so helfen nicht weiter. Entscheidend sind unmittelbare konkrete Maßnahmen, die endlich im betrieblichen Alltag ankommen.“

Ines Weitermann

Pressesprecherin

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Mobil +49 170 7026226

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