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HWK Potsdam/Ines Weitermann

Total digital

Oranienburger Startup bestätigt Studie der Wirtschaftsförderung Brandenburg: Handwerk als Innovationstreiber

Zwei junge Oberhaveler habe sich vor gut zwei Jahren aufgemacht, die moderne Zahntechniker-Handwerkswelt zu erobern. Heute gehört das junge Handwerks-Startup zu den Vorzeigehandwerksbetrieben in Westbrandenburg, die die digitalen Möglichkeiten nutzen und die Chancen ergriffen, technologische Maßstäbe zu setzen. Beeindruckt davon zeigten sich der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, Ralph Bührig und WFBB-Geschäftsführer Sebastian Saule bei einem Besuch im Rahmen der Informationsreise zu den Herausforderungen der Gesundheitshandwerke in digitalen Zeiten.

Vom 3-D-Drucker über modernste CAD/CAM Fräsgeräte bis hin zu eigenen technologischen Entwicklungen für „Zähneknirscher“ – das Birkholz & Mohns Dentallabor in Oranienburg setzt auf neueste Technologien bei der Implantatherstellung, bei Kronen-, Brücken- oder Prothesenherstellung. „Die digitalen Wege helfen uns nicht nur, Fehlerquellen zu minimieren und zirka 30 Prozent an Zeit und Material einzusparen. Wir können damit auch ganz neue Geschäftsfelder erschließen, höchste individuelle Maßgenauigstkeit gewährleisten oder Materialien verwenden, die mit bloßer Handarbeit nicht möglich wären. Trotzdem bleibt das Handwerk auch in der Zahntechnik erhalten, betonen sie. „Jede Anfertigung ist so individuell - wir haben es hier mit Menschen zu tun - eins zu eins wird es da nicht geben.  Die Veredlung, die individuelle Prüfung, das Polieren und eventuelle Nacharbeiten blieben daher ein unbedingtes Muss der Handwerkskunst, unterstreicht Zahntechnikermeister André Mohns. Gesundheit und damit auch die Zahntechnikerleistungen seien schließlich auch in der Zukunft keine Massenware. Sie brennen für die Sache und ihr Handwerk – das wird bei dem Besuch deutlich. Damit wollen sie vor allem auch junge Leute überzeugen, ihren Weg im Handwerk zu finden. „Ein Studium ist längst nicht mehr das Allheilmittel,“ sind sie überzeugt.

Die beiden Firmengründer würden gern wachsen und stoßen dabei ebenso auf die Widerstände wie andere Unternehmen – das Fachkräfteproblem und die Unwissenheit von jungen Leuten über die Vielfalt des Handwerks. Von Anfang an bildet der inzwischen 10-köpfige Handwerksbetrieb aus. Die beiden Azubis seien dabei schon mal ein Pfund für die Zukunft. Doch erfahrene Zahntechniker einzustellen, sei genauso schwierig wie Nachwuchs zu finden. Deshalb engagieren sie sich neben der Ausbildung schon früh, bieten Praktika an, stellen auch in der Schule das Berufsbild des Zahntechnikers vor, sind bei den Wirtschaftsjunioren in Oberhavel aktiv. Im Austausch gaben die jungen Gründer dem Kammer-Hauptgeschäftsführer mit auf den Weg, auch in der theoretischen Ausbildung die digitalen Lerninhalte mehr in den Fokus zu rücken: „Wir haben der Berufsschule unsere Hilfe angeboten – schön wäre, wenn man sich darauf einließe und diese annehme. Es führt heute kein Weg mehr daran vorbei.“



 

Ines Weitermann
Pressesprecherin und Teamleiterin Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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