Nicht zu vergleichen: Polen ist ein Praktikum wert

Patrick B. ist Auszubildender als Kfz-Mechatroniker im 3. Lehrjahr. Während seiner Ausbildung zog es ihn ins Ausland. Er machte ein Praktikum in einem polnischen BMW-Autohaus in Lodz. Dafür erhielt Patrick eine Leonardo da Vinci-Stipendium im Rahmen des Projekts "Handwerk mobil – Chance Europa".

Vier Wochen hieß es für ihn technische Fragen beantworten, Termine vereinbaren und Kostenvoranschläge erstellen. Doch das ist nicht alles, was er fern der Heimat gelernt hat. Hier hat er seine Erfahrungen für Euch zusammengestellt:

"Die erste Zeit in Polen war sehr anstrengend, da ich zunächst in alle Programme eingearbeitet wurde und die grundlegenden Abläufe der Firma kennenlernen musste. Zu Beginn wurde ich einem Serviceberater zugeteilt, welcher mir in den ersten Tagen die wichtigsten Tätigkeiten im Servicebereich gezeigt hat. Vorgänge, wie zum Beispiel das Anlegen von Kundendaten, Terminvereinbarungen und das Einsehen von laufenden Aufträgen gehörten zu den ersten und den wichtigsten Tätigkeiten. Nach einer Eingewöhnungsphase wurde ich mit dem Umgang von Telefongesprächen vertraut gemacht. Zu den häufigsten Kundenanliegen gehörten in meiner gesamten Praktikumszeit: die Vereinbarung von Terminen z.B. für Räderwechsel, Informationsauskünfte über den Stand der Dinge von Fahrzeugreparaturen oder Instandhaltung sowie die Beantwortung von technischen Fragen, beispielsweise die Beratung zu der passenden Ölauswahl für den jeweiligen Motor.

Nach wenigen Tagen durfte ich Kostenvoranschläge erstellen und Fahrzeuge für den Service aufnehmen. Hierbei ist mir besonders aufgefallen, dass der Umgang zwischen Kunden und BMW-Mitarbeiter sich in der Art und Weise sehr von dem deutschen Umgang unterscheidet, denn ein BMW wird in Polen eher als Statussymbol und nicht als normales Auto angesehen.

Als Fazit meiner Praktikumszeit kann ich sagen, dass ich oftmals den Fehler gemacht habe, die Arbeit in dem polnischen Autohaus mit der im deutschen zu vergleichen. Dies ist aber aufgrund der unterschiedlichen Kulturen eher falsch. Einen besonderen Unterschied habe ich hier, im Bereich der Kulanz- und Garantieabrechnung gesehen. In Polen gibt es viel seltener eine Reparatur auf Kulanz (meist nur bei hohen Summen). Bei einer Garantieabrechnung werden die Kosten für einen Mietwagen beispielsweise nicht übernommen, was in Deutschland zur Selbstverständlichkeit gehört.

Ich bin jedoch sehr froh, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, praktische Erfahrung in zwei sehr unterschiedlichen Ländern bei BMW machen zu können. Ich habe einige Bilder aus meiner Zeit bei BMW Tlokinski in Lodz, Polen beigefügt.

Patrick B."

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