Dachpappe
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Neuerungen bei Entsorgung teerhaltiger Dachpappenabfälle

Steigende Kosten für Dachdecker

Nicht nur der heiße Sommer stellt aktuell das Dachdeckerhandwerk vor enorme Herausforderungen. Das Gewerk sieht sich mit einem neuen Schadstoffthema konfrontiert. Etwa 10 Prozent der in Berlin Brandenburg zu entsorgenden Teerpappen (teilweise auch Bitumenbahnen) enthalten nach neueren Erkenntnissen Asbest. Die drei nach BImSchV in Brandenburg zugelassenen Entsorgungsanlagen (u.a. CEMEX in Rüdersdorf) verweigern deshalb neuerdings die Annahme von Teerpappen, wenn diese nicht zuvor auf Asbest untersucht wurden, da die Vorbehandlung und Verbrennung in diesen Anlagen das Asbest nicht wirkungsvoll zerstört. Die Sonderabfallgesellschaft Berlin Brandenburg (SBB) teilte unlängst mit, dass ca. 1.500 Tonnen der 16.000 Tonnen Teerpappen, die in Berlin-Brandenburg jährlich zur Entsorgung angemeldet werden, mit Asbest belastet sind.

 

Die SBB hat deshalb ein neues Merkblatt zur Entsorgung teerhaltiger Dachpappenabfälle veröffentlicht, das zum Download angeboten wird. Um den Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz nicht zu gefährden, fordern die Entsorgungsanlagenbetreiber den Nachweis der Faserfreiheit. Eine solche Analyse kostet ca. 300 Euro. Asbesthaltige Teerpappen dürfen nach gegenwärtigem Stand ausschließlich in Unter-Tage-Deponien entsorgt werden. Dadurch steigen die Entsorgungskosten signifikant an (deutlich über 1.000 €/t). Der Abfallerzeuger muss nunmehr eine repräsentative Probe auf karzinogene Fasern veranlassen und dem Entsorgungsanlagenbetreiber / Einsammler vor Anlieferung übergeben. Dabei ist eine Prüfmethode mit einer Nachweisgrenze von deutlich unter 0,1 Ma% zu wählen.