Goldschmiedin Elisabeth Baumgart, Gründerin der "Schmuckgefährten" in Potsdam-Babelsberg
HWK Potsdam/Weitermann
Goldschmiedin Elisabeth Baumgart, Gründerin der "Schmuckgefährten" in Potsdam-Babelsberg

Man muss es mit Liebe machen

Kunsthandwerker aus Westbrandenburg zeigen eindrucksvoll ihre Leidenschaft für den Beruf

„Man muss es mit Liebe machen“, dieser Satz, ausgesprochen von Ulla Schünemann, Inhaberin der Handweberei „Henni Jaensch-Zeymer“ in Geltow, fasst es treffend zusammen: Handwerk ohne Leidenschaft, Mut und Liebe zum Gewerk funktioniert in den seltensten Fällen. Wie vielfältig die Facetten des Kunsthandwerks in Brandenburg sind, erlebten Pressevertreter aus Berlin und Brandenburg im Rahmen einer Journalistenreise zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks. Diese finden vom 23. bis 25. März erstmals auch im Land Brandenburg statt. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Albrecht Gerber und dem brandenburgischen Kammertagspräsident Robert Wüst wurden sie eindrucksvoll vom facettenreichen Können und den Ideen des Kunsthandwerks überzeugt. Dass dieses im Land lebt, wurde in anregenden Gesprächen einmal mehr deutlich.

Ob Musikinstrumentenbauer, Handweberin oder Gold- und Silberschmiedin – die besuchten Handwerksbetriebe hinterließen einen bleibenden Eindruck. Ihre Leidenschaft, ihr profundes handwerkliches Können, ihre persönlichen Geschichten und Kreativität zeigten, welche Erfüllung die Unternehmer in ihrem Gewerk finden. Metallblasinstrumentenmachermeister Thomas Nitz ließ die Zuhörer teilhaben an seiner Freude, dass sein Start in die Selbstständigkeit so gut gelungen ist. Geigenbauer Jan Dayß, der gemeinsam mit Handzuginstrumentenmacher Andreas Sommer seine Ausbildung im vogtländischen Klingenthal absolvierte, kehrte nach Brandenburg zurück, um sein Handwerk auch anderen nahe zu bringen. Dazu organisiert er mit Partnern gemeinsam den 1. Internationalen Geigenbauwettbewerb in Rheinsberg, der im kommenden Jahr stattfinden soll. Andreas Sommer gab sein Studium für seine Leidenschaft auf und baute sich ein neues Leben in Brandenburg an der Havel auf.  Seine Akkordeon-Manufaktur ist einmalig im Land, er bedient inzwischen Kunden aus der ganzen Welt.

300 Jahre alte Webstühle erzählten ebenso lebendige Handwerksgeschichte wie ihre Besitzerin Ulla Schünemann, die es mit ihren einzigartigen handgewebten Produkten sogar schon in einen Hollywood-Blockbuster schaffte und deren handgemachte Schönheiten weltweite Anerkennung und Abnehmer finden. „Die Wertschätzung für das Handwerk ist wieder da,“ freut sie sich, musste sie nach der Wende doch komplett neu anfangen. „Kunden und Besucher sind auf der Suche nach Individualität, Qualität und Unverwechselbarem, das können nur wir im Handwerk, diese Wünsche erfüllen wir“, unterstreicht die Handwebemeisterin. Und auch Goldschmiedin Elisabeth Baumgart, junge Gründerin der „Schmuckgefährten“ in Potsdam-Babelsberg, fand ihre Profession im Handwerk. „Ich wusste nach dem Abitur, das ich auf keinen Fall studieren, sondern etwas mit meinen Händen gestalten wollte. Über einen Volkshochschulkurs nahm sie den Weg zu ihrem Traumberuf. Mit Hilfe der Handwerkskammer und der Gründerwerkstatt startete sie gut gerüstet vor zwei Jahren in die Selbstständigkeit: „Diese professionelle Begleitung war wichtig und hat mir sehr geholfen,“ denkt die gebürtige Neuruppinerin an die Planung ihres Unternehmens zurück und freut sich über die wachsende Aufmerksamkeit ihres Geschäfts. Mit ihren individuellen Schmuckstücken verbindet sie Menschen und macht sie glücklich.

„Ist Handwerk Kunst oder Kunst Handwerk,“ begrüßte Wirtschaftsminister Gerber am Morgen die Teilnehmer an der Reise. Es ist beides, dazu herrschte am Abend unter allen Teilnehmern Einigkeit. „Gerade Brandenburg ist spannend für kreative Menschen, für Handwerker und Künstler, die oft sogar international tätig sind. Die Manufakturen von Handwerkern und Kunsthandwerkern in Brandenburg stehen beispielhaft für Tradition und Authentizität und prägen die Unverwechselbarkeit der Regionen“, unterstrich Gerber. Und auch Robert Wüst, selbst Metallbauermeister, zeigte sich beeindruckt von seinen Berufskollegen: „Gestaltende Handwerkerinnen und Handwerker im Zusammenspiel zwischen handwerklicher Raffinesse und Design zeigen, wie lebendig und vielseitig ihr Können und ihre Produkte sind. Sie stehen für Individualität und Kreativität. Die heutigen Besuche in teilnehmenden Werkstätten machen neugierig auf mehr. Die offenen Werkstätten am kommenden Wochenende bieten eine seltene Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und Handwerk auf außergewöhnliche Weise zu entdecken und handwerkliches Schaffen vor Ort zu erleben. Das brandenburgische Handwerk beweist auch künstlerisch einmal mehr, mit welch einzigartigen Produkten es die Welt gestaltet.“

 

Ines Weitermann
Pressesprecherin und Teamleiterin Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Mehr Informationen zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks: www.brandenburg.kunsthandwerkstage.de

Ulla Schünemann, Besitzerin der Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" in Geltow
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Ulla Schünemann, Besitzerin der Handweberei "Henni Jaensch-Zeymer" in Geltow

Andreas Sommer (Akkordeon-Manufaktur), Geigenbauer Jan Dayß und Metallblasinstrumentenmachermeister Thomas Nitz im Gespräch mit Journalisten
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Andreas Sommer (Akkordeon-Manufaktur), Geigenbauer Jan Dayß und Metallblasinstrumentenmachermeister Thomas Nitz im Gespräch mit Journalisten

v.l.n.r.: Wirtschaftsminister Albrecht Gerber, Geigenbauer Jan Dayß, Metallblasinstrumentenmachermeister Thomas Nitz, Kammerpräsident Robert Wüst
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v.l.n.r.: Wirtschaftsminister Albrecht Gerber, Geigenbauer Jan Dayß, Metallblasinstrumentenmachermeister Thomas Nitz, Kammerpräsident Robert Wüst