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Meistertitel und Selbstständigkeit30.10.2008
Der Meistertitel ist und bleibt für junge Gesellinnen und Gesellen ein erstrebenswertes berufliches Ziel. Bei der Handwerkskammer Potsdam erhalten in diesem Jahr am 1. November 169 neue Meister, davon 45 Frauen, ihre Meisterzeugnisse.
Dabei ist durchaus nicht immer die Selbstständigkeit Motivation für diese zeit- und kostenintensive Fortbildung, die von den meisten berufsbegleitend an den Wochenenden absolviert wird. Das ergab eine Umfrage der Handwerkskammer unter Meisteranwärtern.
Mit 50 Prozent wollen die meisten auch nach bestandener Handwerksmeisterprüfung Mitarbeiter eines Unternehmens bleiben. Sie können dann beispielsweise in der Lehrlingsausbildung eingesetzt werden oder Führungsaufgaben in größeren Betrieben auch außerhalb des Handwerks übernehmen. Die Gruppe der Jungmeister, die keine Selbstständigkeit anstreben, ist seit 2003 (37 Prozent) kontinuierlich gewachsen.
Für die Handwerkskammer Potsdam ist dieser Trend der Beweis, dass es nicht die in 41 Berufen geforderte Meisterqualifikation ist, die junge Handwerker von der Selbstständigkeit abhält! „Das hat die Politik jahrelang versucht zu suggerieren, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache", so HwK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang König. Eine Existenzgründung planen in den nächsten zwei Jahren nach der Meisterprüfung 30 Prozent der befragten Meisterschüler. Und 20 Prozent sind bereits selbstständige Unternehmer.
Diese sehr unterschiedlichen Karrierewege zeigen, dass sich mit dem Meisterbrief in der Tasche durchaus neue Tore auftun. Auch außerhalb des Handwerks sind qualifizierte Meister als Fachkräfte gefragt.
Mit der Meisterqualifikation wollen die meisten neuen Meister im Angestelltenverhältnis ihre fachlichen Kenntnisse erweitern (89 Prozent), die Aufstiegschancen verbessern (85 Prozent) und sich bessere Verdienstmöglichkeiten schaffen (75 Prozent).
Bei denjenigen, die bereits selbstständig sind bzw. innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Betrieb gründen wollen, steht die Erweiterung der fachlichen Kenntnisse (75 Prozent) ebenfalls an 1. Stelle der Motive, gefolgt von der Existenzsicherung (70 Prozent) und dem persönlichen Interesse an Fortbildung (67 Prozent).
Hintergrund: Im Kammerbezirk Potsdam wurden seit 1991 mehr als 7.600 neue Meisterinnen und Meister ausgebildet.
Pressetermin
Meisterfeier der Handwerkskammer Potsdam am 1. November 2008, 10 Uhr im Dorint-Hotel Potsdam
Beachten Sie auch unsere Presseinformationen Nr. 38 und 40!

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