Betriebsübergabe geplant?
Jede Existenzgründung eines Unternehmens schließt nach möglichst vielen Jahren mit einer Übergabe an den Nachfolger ab. Dies ist ein ständiger Prozess, der zum Erhalt von Arbeitsplätzen beiträgt und die Wirtschaftsstruktur stützt. Volkswirtschaftlich ist es immer günstiger einen vorhandenen, rentablen Betrieb an den Nachfolger weiterzugeben, als mit einem neuen Betrieb in den vorhandenen Markt einzudringen.
Aus der täglichen Beratungspraxis der Handwerkskammer Potsdam kann berichtet werden, dass die meisten älteren Handwerksmeister und –meisterinnen sich oftmals zu spät mit dem Gedanken der Nachfolge beschäftigten. Somit kommt es dazu, dass geeignete Personen nicht da sind, Finanzierungen der Übergabe scheitern oder der Übergebende aus Altersgründen nicht mehr in der Lage ist, den Prozess zu steuern.
Selbstverständlich gibt es auch gute Beispiele, wenn z. B. der Unternehmer 3–4 Jahre vor dem beabsichtigten Übergang in den Ruhestand, ein erstes Gespräch mit den Beratern der Handwerkskammer Potsdam führt und schon zu diesem Zeitpunkt ein exakter Terminplan für seine nachfolgenden Aktivitäten festgelegt wird. Somit ist genug Zeit, um hauptsächlich den Sachverhalt zu klären und dabei steuerliche und rechtliche Aspekte nicht zu vergessen.
Natürlich liegt der besondere Schwerpunkt immer in der Person des Nachfolgers. Die fachliche und betriebswirtschaftliche Qualifikation ist entscheidend für die Weiterführung des Handwerksbetriebes. Im Handwerk werden die meisten Unternehmen nicht verschenkt oder vererbt, sondern an den Übernehmenden verkauft. Insbesondere gestaltet sich das Finden eines Kaufpreises, mit dem beide Parteien einverstanden sind, oftmals schwierig.
Neben den kostenlosen Beratungen durch die Betriebsberater der Handwerkskammer Potsdam steht allen Handwerksbetrieben das Projekt „Nachfolge-Navigator“ zur Verfügung. Gerade bei größeren Unternehmen mit vielen Mitarbeitern oder Betriebsteilen, bei mehreren Nachfolgern und komplizierter Unternehmensfinanzierung kann es sinnvoll sein, zusätzlich externe Berater heranzuziehen. Die Kosten dieser Beratung können zu 70 % aus dem genannten Projekt gefördert werden. Die finanziellen Mittel kommen aus der ESF-Förderung, vom Land Brandenburg und von Finanzanteilen der Kammern. Der Eigenanteil des Unternehmens an den Ausgaben für externe Beratung beträgt somit nur noch 30 %.
Innerhalb des Projektes wird ein Unternehmenscheck erstellt, der eine kurze Einschätzung der betriebswirtschaftlichen Situation beinhaltet. Der Nachfolgeprozess wird begleitet und es erfolgen Beratungs- und Qualifizierungsleistungen, bis hin zum individuellen Coaching.
In einem ersten Beratungsgespräch, das immer kostenlos ist, wird die Grobstruktur der notwendigen Schritte aufgezeigt und bereits auf erkennbare Probleme hingewiesen. Der Handwerksunternehmer verlässt die Beratung mit einem Ablaufplan für seine Betriebsübergabe.
Als Ansprechpartner für das Handwerk aus dem Kammerbezirk Potsdam steht Harry Nöthe gern zur Verfügung.